Inhalt

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Text: Audiodatei zum Download (mp3 - 7503 kB)


Olympiastadion: Haupteingang (Olympisches Tor) und Stadion


Audiodeskription


Über einen großen Parkplatz, den Olympischen Platz, erreicht man den Vorplatz des Berliner Olympiastadions mit den Besuchereingängen. Es ist die Seite mit dem Haupteingang im Osten der Anlage. Etwa 70 Meter vor dem Stadion erheben sich zwei schlanke rechteckige Türme in die Höhe; sie messen zwei Meter mal fünf Meter und sind 36 Meter hoch. Sie markieren den Haupteingang, das Olympische Tor. Die Verkleidung der Turmflächen besteht aus glatt gehauenen, großformatigen Sandsteinplatten in hellbrauner Farbe. Die Oberfläche ist porös. Einige wenige Platten mit einer roh belassenen Steinoberfläche sind eingefügt. Sie können taktil erfasst werden. Der Abstand zwischen den Türmen beträgt etwa zwanzig Meter. Zwischen ihnen befindet sich ein Eisengittertor aus spitz zulaufenden Längsstäben, die wie aufrecht stehende Speere nebeneinander stehen. Über dem Eingangstor schweben in luftiger Höhe die Olympischen Ringe, sie sind mit Stahlseilen zwischen den beiden Türmen aufgehängt.


In den Wänden der Türme, die in Richtung Eisentor zeigen, befinden sich grüne Türen mit schwarzen Stahlbändern. Es sind die Zugänge zu den Wächterräumen. Der rechte Wächterraum ist besetzt. Rechts im Tor ist auch der Zugang für Fußgänger in den Innenbereich der Stadionanlage. Für Besucherbusse wird das große Eisentor geöffnet.


Auf dem linken Turm ist in Höhe der Olympischen Ringe eine gusseiserne Uhr mit goldenen Zeigern angebracht, auf dem rechten Turm ist die beleuchtete Hausnummer 4 zu sehen. Einige kleine und schmale Fensterchen belichten das Turminnere, Lautsprecher sind auf halber Höhe montiert.


In gerader Linie, links und rechts von den Türmen, schließen sich überdachte Kontroll- und Einlasshäuschen mit Drehkreuzen für die Veranstaltungen an, dreizehn an der Zahl zu jeder Seite. Im Winkel von 90 Grad sind noch einige Einlass-Häuschen seitlich zum Vorplatz gebaut. Abschließend steht zu beiden Seiten ein einstöckiges Gebäude. Im linken Gebäude ist heute das Besucherzentrum.
Die Eingangs-Häuschen mit einer Breite von ungefähr einem Meter sind wie die Türme mit hellem Sandstein verkleidet. In Kopfhöhe sind schmale längliche Lampen in Form von Stäben montiert. Führungsstangen vor den Kontrollhäuschen sorgen für die geregelte Einschleusung der Besucherströme bei großen Veranstaltungen.


Wenn man durch das Olympische Tor in den inneren Bereich tritt, steht man wieder auf einem großen Platz. Dieser ist wie der Vorplatz mit quadratischen Natursteinplatten gepflastert. Gleich neben dem rechten Turm ist eine Eiche gepflanzt. Darunter, mit Blickrichtung auf das Stadion, steht eine Bank aus hellem Holz.


Der Betrachter steht nun vor einem scheinbar runden Bauwerk. Tatsächlich hat das Stadion die Form eines Ovals. Die hier betrachtete Ostseite des Stadions ist mit einer Länge von etwa 230 Metern eine der beiden schmalen Seiten des Ovals. Das Oberflächenmaterial ist der hellbraun melierte Sandstein in großen Blöcken wie bei den Türmen. Mit seiner Höhe von etwa 21 Metern bis zur Dachkante ist das Olympiastadion niedrig im Verhältnis zu seiner Größe und Besucherkapazität von über 74.000 Personen (beziehungsweise heute über 76.000 durch eine weitere Absenkung des Spielfeldes um drei Meter). Es entspricht knapp der Höhe eines Wohnhauses im Berliner Stadtraum. Das liegt daran, dass das Stadion zum Teil als Erdstadion erbaut wurde. Das bedeutet, das Spielfeld ist fünfzehn Meter unter Geländeniveau angelegt. Nur die Bereiche der Oberränge schauen sichtbar aus dem Boden heraus.


Der Betrachter sieht auf die massive Wand, die den Innenraum des Stadions umschließt. Um diese ovale Außenwand laufen zweigeschossig offene Rundgänge um das Stadion herum. In gerader Linie zu den beiden Türmen führt eine breite aber flache Zugangstreppe auf das Niveau des unteren Rundganges. An dieser Stelle ist eine große Öffnung in der Stadionwand. Hier geht es hinab zu den tieferliegenden Tribünenplätzen und auf das Stadionfeld.


Die Außenkanten des unteren Rundganges und des balkonartigen Obergeschoss-Rundganges werden umrundet von 136 Pfeilern. An einigen Pfeilern sind Lautsprecher angebracht. Der Abstand zwischen den Pfeilern beträgt etwa fünf Meter. Der obere Rundgang ist überdacht. Die Pfeiler reichen bis zum Dachgesims. Durch das breite vorstehende Gesims entsteht an dieser Stelle der Eindruck eines umlaufenden Dachringes.


Einige Meter über dem Dachring ist die moderne Dachkonstruktion für die Besuchertribünen zu sehen. Eine transluszente (durchscheinende) Membran ist über eine Stahlkonstruktion gezogen. Die schlanken Außenstützen der Konstruktion stehen in den Achsen der umlaufenden Pfeiler. Oberhalb der Dachmembran ragen weiße Fahnenmasten in den Himmel.


Im Gesamteindruck kann man das Olympiastadion mit einer überdimensionalen, aber eher flachen Mehrschichtentorte vergleichen. Die waagerechten Schichtlinien sind, vom Boden nach oben gesehen: der umlaufende Balkonboden, der breite Dachring und die moderne Dachmembran. Dominierend in der Vertikalen sind die mächtigen umlaufenden rechteckigen Pfeiler bis zum Dachgesims, sozusagen wie gleichmäßig um die Torte gelegte Schokostäbchen. Das Zusammenspiel der durchlaufenden Pfeiler mit den waagerechten Boden- und Deckenlinien vor der tieferliegenden Stadionwand lässt in der Ansicht rechteckige Hohlräume entstehen, die mit Fächern eines riesigen runden Setzkastens verglichen werden können. Die Fächer sind nahezu quadratisch im Unterring, im Oberring sind es hohe Rechtecke. Der Blickfang ist der Oberring, der in seiner Höhe fast doppelt so hoch ist wie der Unterring. Von den Umgängen gehen die Eingänge zu den Tribünen ab. In beiden Stockwerken sind auf der Stadionwand in engen gleichmäßigen Abständen viele Fenster- und Türöffnungen rund um die Gänge. Es sind Zugänge zum Stadioninnenraum mit den Toiletten, Kiosken, den Getränkeständen und Imbissen. Die Türen und Fenster haben graue Metall-Rahmen. An den Rahmen sind Schilder zur Orientierung angebracht. Große Öffnungen ohne Türen führen zu den vielen Treppenhäusern. An den Zugängen zum Innenraum und den Treppenhäusern sind Schilder mit Buchstaben, Zahlen und Pfeilen angebracht, die dem Besucher den Weg zu den Tribünenplätzen weisen. Der obere Rundgang ist an der Außenseite mit einem Metallgeländer mit senkrecht laufenden Stangen zwischen den Pfeilern gesichert. Wenn man zur Decke des oberen Ringes schaut, blickt man auf die Unterseite der oberen Tribünensitze. Von unten sehen sie aus wie auf dem Kopf stehende Treppenstufen.