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Olympiastadion Einleitung


Das Olympiastadion liegt im Norden Berlin Grunewalds und ist der zentrale Teil des Olympiaparkes. Das gesamte Gelände umfasst neben dem Stadion: Sportforum, Hockeystadion, Reitstadion, Schwimmstadion, Waldbühne, Maifeld, Glockenturm und Langemarckhalle. Es ist das Heimstadion von Hertha BSC und bietet nicht nur dem Sport sondern auch vielfältigen anderen Veranstaltungen wie etwa Konzerten und Kulturveranstaltungen Raum.


Das Olympiastadion entstand zwischen 1912 – 1913 auf dem Gelände einer Pferderennbahn (2.400 m) der damals noch eigenständigen Stadt Charlottenburg im Norden des Grunewaldes. Anlass für den Bau eines großen Stadions bot die Auswahl Berlins als Austragungsort für die geplanten Olympischen Sommerspiele im Jahr 1916.


Zügig schritten die Bauarbeiten voran und bereits 1913 erfolgte die Eröffnung unter dem Namen „Deutsches Stadion“. Doch in Anbetracht der Wirrungen des Ersten Weltkrieges wurden die Olympischen Spiele abgesagt und 1914 wurde das Stadion geschlossen und diente als Lazarett für Kriegsverwundete.


Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges scheiterte die geplante Neuerrichtung des Stadions an der Weltwirtschaftskrise 1919. Zwar fehlten durch die Krise die Finanzen, die Pläne für einen Neubau waren aber bereits vorhanden. Die Ausschreibung des Ideenwettbewerbs hatten die Brüder Werner und Walter March gewonnen, deren Pläne nun leider vorerst in der Schublade landen sollten.


Während der nächsten Jahre fanden in dem alten Stadion neben Sportveranstaltungen auch politische Großveranstaltungen und Wahlkampfveranstaltungen statt. Noch zu Zeiten der Weimarer Republik, im Jahr 1931, wurde Berlin erneut für die Austragung der Olympischen Spiele für 1936 ausgewählt. Für den geplanten Umbau wurden die Pläne Werner Marchs wieder aus der Schublade hervorgeholt. Ab 1933 mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler und der nationalsozialistischen Diktatur wurden die Bauarbeiten noch intensiver vorangetrieben: die Hauptstadt des nationalsozialistischen Reiches als Schauplatz der Olympischen Spiele versprach natürlich Prestige und eine propagandistisch gut nutzbare Außenwirkung für das Regime. Das alte Stadion wurde abgerissen und der Neubau lehnte sich an die Architektur antiker Sportstätten an. Die Eröffnung des „Reichssportfeldes“ erfolgte 1936 mit den Olympischen Spielen trotz zahlreicher Boykottaufrufe vor allem aus den USA und deutscher linksintellektueller Emigranten aus Paris. Zahlreiche Sportveranstaltungen, aber auch politische Großveranstaltungen fanden in der nächsten Zeit auf dem Gelände statt.


Während des Zweiten Weltkrieges dienten die unterirdischen Anlagen militärischen Zwecken. Einige Teile wurden zu Bunkeranlagen ausgebaut, Munition und Lebensmittel wurden eingelagert, die Firma Blaupunkt produzierte Zünder und der Großdeutschen Rundfunks fand dort sein Ausweichquartier.


Nach dem Ende des Krieges, besetzten zwischenzeitlich die Rote Armee und die britischen Besatzungstruppen das „Reichsportfeld“. Ab 1947 fanden wieder einzelne Sportveranstaltungen statt und 1949 wurde das Gelände an die deutschen Behörden zurückgegeben. Bald darauf erfolgte die Umbenennung in „Olympiastadion“. 1974 fanden im Stadion die Endspiele der Fußball-Meisterschaft statt.


Ab 2000 wurde das Stadion anlässlich der geplanten Fußball-WM 2006 komplett saniert und erhielt seine heutige Form und Gestalt als moderne Multifunktionshalle. Auch die Dachkonstruktion erhielt während dieser Sanierung ihre heutige signifikante schwebende Form: gleich einem auf der Seite liegenden „O“ mit einer Lücke am westlichen Ende scheint das Dach über den Tribünen zu schweben. Die Lücke dient als Öffnung zum Marathontor, um die historische Sicht zum Maifeld und dem Glockenturm beizubehalten. Gegenüberliegend befindet sich außerhalb des Stadions im Osten das Olympische Tor. Dieses besteht aus zwei das Stadion überragenden Stelen, zwischen denen die fünf Olympischen Ringe schweben. Nach dieser wechselvollen Geschichte, ist das Olympiastadion heute ein Ort des Sportes und kultureller Großveranstaltungen.