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Das Carillon, der Glockenspielturm im Berliner Tiergarten


Das Carillon misst im Grundriss etwa fünf mal fünf Meter und ist 42 Meter hoch, seine Höhe übersteigt damit den Umfang um das Achteinhalbfache. Der freistehende Turm befindet sich auf einem begrünten Eckgrundstück wenige Schritte neben der Querallee, der Korpus besteht aus vier schlichten quadratischen Säulen von je zwei mal zwei Metern Umfang. Die Säulen sind mit anthrazitschwarzen, glatt polierten und leicht gesprenkelten, 30 mal 30 Zentimeter großen Granitplatten verkleidet. Das gelbe Flugdach scheint wie ein flacher Deckel etwa einen Meter über den Säulen zu schweben und steht zu den Seiten jeweils genauso weit über.


Besonders, wenn die Sonne scheint, spiegelt sich der Himmel hellblau auf der fast schwarzen, glänzenden Fassade. Der Grundriss des Bauwerks entspricht einem etwa einen Meter breiten, begehbaren Pluszeichen, man kann sich also unter den Spieltisch und die Glocken stellen, die sich in etwa dreißig bis vierzig Meter Höhe befinden. Unter den kleineren Glocken und über den Großen spielt der Carillonör in einem neun Quadratmeter großen, verglasten Raum. Der Boden des Spielraums ist von außen in etwa 30 Zentimeter Tiefe rundum in hellem Rosa sichtbar zwischen den Säulen eingelassen. Eine Säule dient als Treppenhaus.


In seiner schlichten Bauweise mit dem Flugdach und ganz ohne Sockel steht der Turm wie ein großer überdachter Granitpfosten auf dem Rasengelände hinter dem Tipi am Kanzleramt. Vom Hauptbahnhof aus gesehen überragt das Carillon ab Spielraum aufwärts rechts das Dach des Kanzleramts. Wer direkt vor dem Carillon steht, kann mit der Leichtigkeit des Bauwerks und dem stimmungsvollen Spiel der Musik ein einprägsames Detail architektonischer Vielfalt rund um das Haus der Kulturen der Welt, Tipi und Kanzleramt verbinden.